Januar 2021: Ein Kampf gegen Erbsen im Kopf mit modernen Mitteln

Also habe ich mich entschieden, dem Rezidiv nicht mehr länger beim Wachsen zuzusehen und habe Kontakt aufgenommen zur Strahlenmedizin in Hamburg, iCERA – Spezialisten für Radiochirurgie – „Präzisionsstrahlenbehandlung - geschnitten wird dabei nicht“. Das ging alles ziemlich schnell, im Dezember die Bilder auf CD nach Hamburg geschickt, ein Telefongespräch mit dem Professor, der zu einer Vorstellung bei ihm geraten hat, ein Vorgespräch im Januar und nun ist es am 26.01.2021 schon passiert – das Gammknife hat aus fast 200 Strahlenquellen für ca. 20 Minuten aus verschiedenen Richtungen auf den Tumor „geschossen“, so dass am Tumorpunkt die Strahlen zusammenfanden und so gemeinsam in diesen paar mm³ genug Energie entstand, um einen Schaden an den Zellen anzurichten ohne das gesamte Gehirn zu schädigen. Große Medizintechnik der Neuzeit. Meine Krankenkasse zahlt, was erstaunlicher Weise nicht für alle Kassen gilt.

Im Detail gibt es sicher noch Verbesserungspotenzial an der Prozedur. Um exakt strahlen zu können, darf der Kopf sich nicht bewegen und muss auch im MRT, in dem der Tumor „vermessen“ wird und in der Gamma-Knife-Röhre gleich liegen, sonst sticht das Messer daneben. Dazu hat man eine etwas "rustikale Apparatur", die am den Kopf montiert wird. Aber zum Glück braucht das Ding nicht fest gedübelt zu werden, sondern wird „nur“ mit vier Schrauben fixiert. Nicht ganz angenehm, aber wegen der örtlichen Betäubung (wie beim Zahnarzt) ganz gut erträglich. Ich habe das Teil schnell mal Krönchen genannt, aber man braucht schon sehr viel Fantasie um das nach zu vollziehen. Dann gab es noch einen Vermessungshelm auf dem Kopf. Und zuhause waren bis auf ein paar ganz kleine Hörner keine Spuren geblieben. Der Kopf arbeitet wie gewohnt.

Aber ich finde, dass es bis hier super gelaufen ist. Schnell einen Termin bekommen, wir sind super behandelt worden, die Menschen waren alle sehr professionell und sehr freundlich. Großen Dank nach Hamburg! Und dies in Zeiten von Corona. Da hat es in Deutschland auch schon schlimmere Zeiten gegeben, die meine Vorfahren erleben mussten. Damals wären sicher alle Mediziner zu Impfaufgaben herangezogen worden, um die wehrtüchtigen jungen Männer zu schützen. Gut, dass diese Gesellschaft es heute anders macht!

Nun muss man warten, dass der Körper auf richtige Weise auf die Behandlung reagiert und das Wachstum des Tumors gestoppt worden ist. Das wird man erst Ende April sehen, wenn ich zum nächsten MRT nach Hamburg fahren werde. Aber weiter gilt, mir geht es gut, nix tut weh und all meine kleinen Tests zur Funktion des Gehirns (schweres Sudoku, Einkaufen mit dem Rad und bei schlechtem Wetter (Nieselregen/Schnee auf der Brille) und diese Webseite fix erweitert) haben geklappt, mehr will ich nicht!

Margret
27.01.2021